Lexikon: Definitionen aus dem Online-Marketing
Lautes Denken
Ein essentieller Bestandteil des Tests, um sich in die Lage des Probanden hineinzuversetzen, ist das Laute Denken, im englischen „Thinking-Aloud“. Die Testperson hat alle Gedankenschritte bei der Bearbeitung einer typischen Benutzeraufgabe (Bedienung eines Produktes, Website) verbal zu kommunizieren. Hört man die Gedanken, Gefühle und Meinungen des Probanden, können die Gründe für seine Handlungen besser nachvollzogen werden.
Shneiderman merkt an, dass eine Zusammenarbeit von zwei Probanden das Sprechen fördert, da sich die Teilnehmer die Abläufe gegenseitig erklären. Nielsen dagegen meint, dass die Benutzer nacheinander zu testen sind, damit sie sich nicht gegenseitig beeinflussen. Kann der Testleiter gut auf die Testperson eingehen, entsteht eine entspannte Atmosphäre, die zu spontanen Verbesserungsvorschlägen führt. Der Beobachter bzw. Zuhörer sitzt optimalerweise nicht im Sichtfeld des Probanden.
Das „laute Denken“ ist kostengünstig in Usability-Tests zu integrieren. Es verhilft zu einem besseren Verständnis über Gedanken und Terminologie der Benutzer. Problematisch wird es, wenn die Probanden glauben, dass sie bestimmte Erwartungen erfüllen müssen. Viele Personen empfinden diese Methode als verwirrend und ungewohnt. Jacobsen regt an, dass Übermotivation, kein direktes Interesse, Hemmungen und Nervosität die Testergebnisse verfälschen können. Nielsen warnt, dass die Versuchsperson während des Tests nicht beeinflusst werden darf. Während des Tests sind Kommentare jeglicher Art zu vermeiden.


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