Business Case SEO – Beratung, Agentur oder Tools?

Die SEO Landschaft erlebt einen Umbruch. Multiplayer im SEO Geschäft waren früher Gang und Gebe. Also SEO Firmen, die gleichzeitig SEO Beratung, SEO Agentur, SEO Toolanbieter, SEO Konferenzen und andere Dienstleistungen angeboten haben. Nebenher haben sie noch an vielen eigenen Projekten gearbeitet.

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Diese Art von Multiplayern im Bereich Suchmaschinenoptimierung wird es immer weniger geben. Dank Google ist SEO wieder komplexer geworden, mehr (Marketing-)Zutaten sind gefragt. Erfolgreiche SEO Arbeit lässt sich immer schwerer skalieren. Skalierbarkeit ist ein sehr wichtiger Faktor, um ein Businessmodel gewinnbringend am Markt zu etablieren.

Immer mehr Firmen entscheiden sich dazu, sich auf einen Hauptbereich zu fokussieren. SEOmoz aus den USA hat es vorgemacht und bietet nun ausschließlich Tools an. Die SEO-Beratung und das Agenturgeschäft wurden aufgegeben. Anderseits bilden sich große Agenturbündnisse oder Agenturen werden von Netzwerkagenturen aufgekauft.

Wie sieht der deutsche Markt im Bereich Suchmaschinenoptimierung aus? Welchen Weg lohnt es sich einzuschlagen? Zum Beispiel für …

 

… SEO Agenturen:

Es ist verwunderlich. Es sprießen immer mehr reine SEO-Agenturen aus dem Boden, wobei die letzten Google Updates doch vor allem dieses Business Modell extrem angegriffen haben. Es ist verdammt schwer eine gute SEO Agentur zu empfehlen. Mit „Agentur“ ist vor allem „SEO-Maßnahmen umsetzen“ gemeint.

Früher war das Businessmodell sehr einfach: Texte bei Texmacherproviderbrokertexter.de in Auftrag geben und mit Aufschlag an den Kunden der SEO Agentur verkaufen. Dazu wurden entweder eigene Linknetzwerke aufgebaut, d.h. tausende WordPress-Websites automatisch generiert und der Kunde mit Backlinks zugeballert. Das waren die großen Fabrikanten.

Oder eine bestimmte Anzahl Backlinks wurde pro Monat eingekauft (je nach Vertrag) und wiederum mit Aufschlag an den teils ahnungslosen Kunden weiter verkauft. Immerhin wurde etwas gemacht, viele Agenturen glänzten mit aggressivem Vertrieb und kompetenter Rechtsabteilung.

Ein todsicheres Geschäft also: erst nach dem Auftrag werden Content und Links bestellt: in der Betriebswirtschaftslehre nennt sich dies: Arbitrage = risikoloser Gewinn. Und: das Geschäft war skalierbar. Dieter Bohlen hätte es nicht besser machen können, aus „Scheiße“ Geld machen.

Endlich zeigen die Updates von Google Wirkung: dank Panda entscheidet u. a. der User für Google was schlechter und was guter Content ist. Die meisten nicht Google konformen Links werden von Google Search Quality sehr schmerzhaft abgestraft. Ja ganze Linknetzwerke von großen Agenturen wurden zum Boomerang und ausgelöscht.

Die ursprüngliche Arbeitsweise funktioniert nicht mehr. Es ist wieder qualitativ hochwertige Arbeit gefragt. Aus Onpage und Offpage wird: Technisches SEO, Content Marketing, Online Public Relations, Marketing Kooperationen, Nachhaltiger Linkaufbau, Local SEO & Universal Search, Community Building, Social, Web Controlling, Branding, usw. Also richtig viel Marketingarbeit mühsam und zeitaufwendig, kaum skalierbar.

Vor allem seien wir ehrlich: es fehlt hier den meisten SEO Agenturen an Expertise und Manpower, vor allem in den “neuen” Marketingdisziplinen. Also entweder wird die SEO Agentur zur (Online) Marketing Agentur, sucht sich eine bestimmte Nische, lässt sich aufkaufen, beschränkt sich auf SEO Beratung oder baut …

 

… SEO Tools:

Wie oben erwähnt hat SEOmoz sich für diesen Weg entschieden. Christoph Cemper geht auch nur noch Richtung Tools, Sistrix schon lange. Auch Marcus Tandler und seine Crew haben mit Onpage.org ein sehr empfehlenswertes SEO-Analysetool am Markt platziert. Searchmetrics und Xovi scheinen sehr solvente Investoren gefunden zu haben. Daneben gibt es noch viele andere Tools(anbieter).

Tools und somit Produkte sind ein interessanter Weg. Produkte, vor allem digitale, lassen sich hervorragend skalieren. Die variablen Kosten pro Kunde sind überschaubar, Fixkosten können auf die Kunden „aufgeteilt“ werden. Nachdem das Agentur-Modell nicht mehr so attraktiv ist eine lohnenswerte Alternative möchte man meinen.

Aber, die Luft wird dünner – und die Frage ist, ob in Zukunft alle Tools gewinnbringend am Markt platziert werden können. Bei der immensen Anzahl von Websites im Netz sind die Investitionskosten in die Infrastruktur sehr hoch. Ständige Innovationen und Aktualisierungen sind gefragt, um den Anschluss nicht zu verlieren. Und ganz klar: der Umgang wird rauer. Hier ein Kommentar-Dialog von zwei Verantwortlichen bei Sistrix und Searchmetrics.

Quelle: seo-united Blog

 

Praktische SEO Tools, die viel manuelle Arbeit abnehmen, werden mit Sicherheit auch in Zukunft weiterhin stark nachgefragt werden. Die Wachstumsaussichten, also die Anzahl der potentiellen Nachfrager, sind wahrscheinlich noch positiv, aber bestimmt nicht exponentiell steigend. Die Konkurrenz wird größer, die Eintrittsbarrieren (Investitionskosten, etc.) sind für Neueinsteiger hoch. Als Alternative bietet sich noch, Kompetenz voraus gesetzt, die …

 

… SEO Beratung

Unter SEO Beratung verstehe ich, dass der Berater keine oder kaum operative SEO-Aufgaben übernimmt, sondern eine beratende Stellung einnimmt. D. h., dass die Kunden die SEO-Expertise „inhouse“ beim Kunden aufbauen und der SEO-Berater die Kunden auf diesem Weg begleitet. Wir können hier zwischen einmaligem, wiederkehrendem oder laufendem SEO Consulting unterscheiden.

Meiner Meinung nach ist das für die meisten SEO’s aber auch für die Kunden ein sinnvollers Weg. Suchmaschinenoptimierung ist eine laufende und dauerhaft durchzuführende Marketingdisziplin. D. h. für eine Firma ist es in der Regel kostengünstiger eine Person fest einzustellen als eine Agentur zu beauftragen.

Die komplizierten Prozesse in den Firmen machen es für Agenturen nahezu unmöglich, Änderungen in gleicher Qualität umzusetzen. Das sollte die SEO- oder Online-Abteilung in den jeweiligen Firmen besser können – nur sie haben den direkten Draht zu anderen wichtigen Fachabteilungen. Aufgrund der qualitativ hochwertigen Texte zur Marketingkommunikation und zum Produktmanagment; aufgrund des nachhaltigen Linkaufbaus zur Presse-und Marketingabteilung, essentiell wichtig.

Genau dieser SEO- bzw. Online-Abteilung ist es aber nun zeitlich fast unmöglich, sich extern noch ausführlich weiter zu bilden und auf dem Laufenden zu halten. Zu schnell dreht sich bei Google das Update-Rad. Hier kommt jetzt der externe SEO Berater ins Spiel. Er monitort und analysiert die aktuellen Kennzahlen, gibt laufend proaktiv Verbesserungsvorschläge, stellt die neuen Updates vor und schult den Kunden.

 

Fazit: Welcher Weg ist der richtige?

SEO Agenturen erwarten entweder Unabhängigkeitsverluste (durch Verkauf an ein Netzwerk oder eine Full-Service-Agentur) oder hohe Investitionskosten in die „neuen“ wichtigen Marketingdisziplinen. Trotzdem wird die Skalierbarkeit in Zukunft über Zeitaufwand und Mitarbeiterzahl erreicht, also der deutlich mühsamere Weg als das Arbitrage-Content-Linkmodell.

Bei den SEO Toolanbietern wird der Konkurrenzkampf nicht kleiner, im Gegenteil. Trotzdem lässt sich dieses Geschäftsmodell am besten gewinnbringend skalieren, ein innovatives Produkt mit Alleinstellungsmerkmalen und Mehrwert voraus gesetzt. Die Einstiegskosten sind hoch. Das Risiko auch, Geld zu verbrennen.

SEO Consulting ist zwar mit geringen Einstiegskosten verbunden, allerdings ist ein gewisses Maß von SEO-Kompetenz gefragt, die zusätzlich ständig auf dem Laufenden gehalten werden muss. Auch verkauft der Berater hier seine Zeit und kein Produkt, eine Skalierung ist nahezu unmöglich. Trotzdem halte ich diese Fokussierung als sehr zukunftsträchtig, vor allem weil immer mehr Firmen in Inhouse SEO investieren (werden).

Der letzten Google Updates zwingen uns umzudenken, wir müssen uns spezialisieren. Neuausrichtung, Fusionen und Verdrängung. Die SEO Dienstleister Branche wird sich verändern – und ist schon mitten drin.

Jonas Weber

Diplom-Kaufmann Jonas Weber ist Geschäftsführer von webhelps! Online Marketing. Er ist Experte für Suchmaschinen-Optimierung und Online Marketing. Bis 2009 hat Jonas Weber beim Suchmaschinenmarktführer Google im Search Quality Team in Dublin gearbeitet. Ebenfalls war er im Online-Marketing Bereich von Konzernen wie Lufthansa und Bertelsmann tätig.

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Über Jonas Weber

Diplom-Kaufmann Jonas Weber ist Geschäftsführer von webhelps! Online Marketing. Er ist Experte für Suchmaschinen-Optimierung und Online Marketing. Bis 2009 hat Jonas Weber beim Suchmaschinenmarktführer Google im Search Quality Team in Dublin gearbeitet. Ebenfalls war er im Online-Marketing Bereich von Konzernen wie Lufthansa und Bertelsmann tätig.

3 Gedanken zu „Business Case SEO – Beratung, Agentur oder Tools?

  1. Carsten Appel

    Hi Jonas,
    Ich freue mich auf die neuen Herausforderungen durch die Änderungen. Jetzt wird sich zeigen wer nicht nur gut quatschen kann sondern auch gute Inhalte produzieren kann.

    Viele Grüße aus dem verschneiten Rostock
    Carsten

  2. Michael Schöttler

    Guten Tag,

    das was du beschreibst habe ich Mitte diesen Jahres durchgeführt. Als reiner Anbieter von SEO Maßnehmen, habe ich die Kunden auch immer verzweigter Beraten (müssen) um gute Ergebnisse zu erzielen.

    Qualität, das ineinandergreifen von alten und neuen Maßnahmen muss einfach koordiniert erfolgen. Aber gerade das ist doch so spannend und macht die Arbeit so toll, man konzentriert sich nicht nur auf ein Gebiet.

    Das Google so viel ändert, zwingt aber die Kunden fast schon dazu SEO auszulagern, oder wie bei dir beschrieben SEO Inhouse Schulungen sich zu besorgen.

    Es wird noch eine weile Dauern biss sich die ganzen Änderungen auch zu den Kunden duurchgedrungen sind, aber dann ist es hoffentlich auch soweit, dass gewissen Agenturen und Freelancer einfach keinen Boden mehr haben. Nämlich diese, die sich vor allem auf eines Konzentrieren, dem Kunden das Geld aus der Tasche zu ziehen und uns damit das Leben schwer machen, da wir deren Scheiße aiuslöffeln müssen.

    Fazit: Ich sehe dem ganzen entspannt entgegen und freue mich darauf das SEO endlich an Qualität gewonnen und nicht nur SEO sondern wirklich Online Marketing ist.

  3. Mark

    SEO durfte ja auch in der Vergangenheit nicht losgelöst von anderen und integrativen Online-Marketing-Maßnahmen gesehen werden.

    Wir schwimmen dann wohl als Agentur UND Anbieter der sitefactor SEO Tools derzeit gegen den Trend der Branche ;)
    Ich bin was SEOmoz angeht skeptisch, ob sie den richtigen Weg eingeschlagen haben. Tools gibt es schon einige – SEOmoz hat sich seinen Namen insbesondere durch den hohen Grad an Vernetzung in der Branche und die Präsenz auf Events, durch Vorträge und den eigenen Blog erworben.

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