Anonymes Surfen im Internet
Geschrieben von Kira Pawlowski am 17. März 2010 | Abgelegt unter Allgemein, Google, Online-Marketing
Das Thema Anonymität im Netz ist nach wie vor heiß diskutiert. Große Tageszeitungen berichten ebenso über die Nachlässigkeit und Unkenntnis von Surfern, wie Fernsehbeiträge oder auch Online News Seiten.
Egal ob man im WWW über Suchmaschinen auf die Reise geht oder sich direkt über die URL auf eine Website begibt, Daten werden dabei immer ausspioniert, sofern nicht einige Maßnahmen zur Gegensteuerung ergriffen werden.
Eine Website notiert neben dem Datum und der Uhrzeit eines Besuchs häufig auch diverse Tätigkeiten wie z.B. Downloads. Zudem können die Aufenthaltsdauer, die Anzahl der besuchten Seiten und auch die Ein- und Ausstiegsseiten festgehalten werden.
- Zur Tarnung der Identität gibt es verschiedene Software-Programme, die die IP-Adresse eines jeden Surfers verschleiern. Zusätzlich können zwischengeschaltene Proxy-Server bei der Tarnung helfen. Der Nachteil dieses Vorgehens: Häufig ist die Nutzung eines solchen Programms oder Proxy-Servers mit einer langsameren Geschwindigkeit verbunden, der Surf-Comfort kann also eingeschränkt werden. Und, insbesondere bei vielen kostenlosen Angeboten, bestehen Sicherheitslücken, welche eine 100%ige Anonymität verhindern.
Ein häufig empfohlenes Gratisprogramm zur Anonymisierung ist TOR.
Das Vorgehen im Detail: Die beteiligten Computer werden zu einem Netzwerk zusammen geschlossen und der Datenverkehr des Nutzers wird dann durch eine beliebige Anzahl der verbundenen Knoten im Netz umgeleitet und der User ist so nicht mehr nachvollziehbar. - Wer anonym in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter bleiben möchte, sollte als erstes die Einstellungen seiner Privatsphäre überprüfen. Hier können schon viele Eingaben privatisiert werden. Zudem sollten regelmäßig alle Cookies gelöscht werden - das Vorgehen ist in jedem Browser anders, bei gutefrage.net wurde das Vorgehen bereits für verschiedene Browser dargestellt. Ebenso sinnvoll kann es sein sich bereits von Beginn an einen Dummy Account anzulegen, welcher auch mit einer Dummy E-Mail Adresse angelegt wurde. So können alle Schritte öffentlich vollzogen werden, allerdings ist die Person, die dahinter steckt anonym.
- Für registrierungspflichtige Seiten gibt es eine ganz besonders interessante Lösung. Mit einem einfachen Firefox-Browser Plug-In BugMeNot kann man sich einen Benutzernamen und ein Passwort für eine registrierungspflichtige Seite erstellen lassen.
- Auch gut zu wissen: Es gibt sogenannte Wegwerf E-Mail Adressen. Die E-Mails funktionieren ohne Registrierung und jeder kann ohne Passwort auf das Postfach zugreifen. Ein Anbieter eines solchen Dienstes ist beispielsweise Mailinator
- Um bei einer Google Suchanfrage nur einmalig nicht im automatischen Speicher zu landen bietet es sich auch an einen “Mittelsmann” zu nutzen. So werden beispielsweise mit ixquick die Daten von Google nicht ausgespäht. Dieser Dienst wurde mit dem ersten Europäischen Datenschutz-Gütesiegel ausgezeichnet.
- Google-Account Besitzer sollten zudem immer darauf achten, dass Sie sich vor Ihrer anonymen Netzbegehung aus Ihrem Konto ausloggen, um Google nicht die Möglichkeit zu bieten alle Schritte im Netz zu verfolgen.
- Wer mit Google Chrome browst kann sich mit der Funktion UnChrome anonymisieren und entgeht damit der Zuweisung einer Client-ID, die sämtliche Suchanfragen einem Nutzer zuordnet.
- Zu guter Letzt kann man durch Einstellungen, das Senden von Cookies an Analysetools durch Customize Google unterbinden und macht sich somit für die Auswertung der Besucher einer Website unsichtbar.

Wer nun noch wissen möchte, welche Daten er bisher immer frei zugänglich mit sich geführt hat, sollte mal bei anonym-surfen vorbei schauen - ganz interessant was man der Datenkrake ohne es zu wissen überlässt.
Das WWW vergisst nie - das sollten wir bei jedem Schritt im Netz im Hinterkopf behalten.
Kennt Ihr noch weitere Tipps, mit der sich Anonymität im Netz herstellen lässt (außer natürlich ihm ganz fern zu bleiben)?
4 Kommentare »



am 17. März 2010 um 16:14 1.t3n.de/socialnews schrieb …
Anonymes Surfen im Internet…
Das Thema Anonymität im Netz ist nach wie vor heiß diskutiert. Große Tageszeitungen berichten ebenso über die Nachlässigkeit und Unkenntnis von Surfern, wie Fernsehbeiträge oder auch Online News Seiten.Egal ob man im WWW über Suchmaschinen auf d…
am 18. März 2010 um 19:45 2.Papula schrieb …
Ich bin über die Google Blogsuche auf den guten Beitrag gestoßen. Meines Erachtens ist der Sachverhalt völlig richtig dargestellt. Ich selbst nutze den IE nun mit dieser Version. Ich grüße, LP
am 19. März 2010 um 00:18 3.Michael schrieb …
Öfters mal den Rechner wechseln. Auch die Internetverbindung wechseln: Mal UMTS, mal DSL. Bei den Cookies sollte man die Flash-Cookies nicht vergessen. Wegen der Cookies auch denkbar: Das Betriebssystem bei jedem Neustart des Rechners neu nutzen (Stichwort Virtualisierung).
Wenn wir schon dabei sind: Handies nicht vergessen. Eventuell ausschalten oder auch hier mehrere verwenden. Ansonsten zieht man eine Klasse Spur hinter sich her.
Vor kurzem ist eine Reihe von Überfällen auf Tankstellen(?) geklärt worden, weil die Diebesbande immer die Handys mit und auch an hatten. Dies konnte dank Vorratsdatenspeicherung ausgewertet werden und die Täter waren schnell gefunden.
am 22. März 2010 um 11:46 4.Peter schrieb …
Also ich verwende in letzter Zeit immer CyberGhost. Ist genauso sicher wie TOR, aber weitaus schneller. Sogar in der kostenlosen Version…