Archiv für den Monat: Oktober 2009

Google Adwords: 10 Fehler und Tipps um Geld zu sparen

Viele Unternehmen betreuen Ihre Adwords-Konten immer noch selbst, unter der Annahme sie würden damit Kosten sparen. In manchen Fällen mag das stimmen, aber in den häufigsten
Fällen, ist das Konto gar nicht oder so schlecht optimiert, dass viel Geld zum Fenster rausgeschmissen wird. Die Gründe sind einfach: Es wird wenig Zeit investiert und das benötigte Know-How ist nicht vorhanden. Deshalb ist es oft besser die Betreuung von Adwords in professionelle Hände zu geben. So kann man sich einiges an Lehrgeld sparen und die frei gewordenen Kapazitäten können sich auf die Kernkompetenzen des Unternehmens konzentrieren.

Werben mit Adwords

Werben mit Adwords

Hier eine Auflistung der Fehler, die wir bei webhelps! häufig vorfinden und Tipps wie man diese vermeiden kann:

1. Unternehmen aus Freiburg, bietet regional „Eventlocations“ an, wirbt aber deutschlandweit mit dem Keyword „Eventlocation“. Die Anzeige wird also auch in allen anderen Regionen (z. B. Hamburg) geschaltet, was keinen Sinn macht.

Kampagne regional ausrichten (hier z.B. Freiburg + 30 km Umkreis), spart Geld und bringt hochwertigere Besucher.

2. Keine klaren Strukturen im Adwordskonto. Eine Kampagne bzw. Anzeigengruppe mit 500 nicht zusammenhängenden und verschiedenen  Keywords und eine Anzeige.

Erstellen Sie verschiedene Kampagnen und Anzeigengruppen und trennen Sie die Keywords in zusammenhängende Kategorien. Erstellen Sie eine auf die Keywords optimierte Anzeige und leiten Sie den Benutzer auf die richtige Seite, auf der er die gewünschten Informationen erhält.
Dieses Vorgehen steigert den Qualitätsfaktor der Keywords, und Sie sparen viel Geld.

3. Die Gebote werden nicht individuell angepasst. Machen Sie es Google nicht zu einfach und überlegen Sie sich genau, was Sie für einen Besucher bereit sind auszugeben. Häufig kommt es vor das alle Keywords das gleiche, oft viel zu hohe Gebot hinterlegt haben.

→ Beobachten Sie die Keywords und passen Sie die Gebote regelmäßig an.
Google will Geld verdienen, d.h. mit gutem Gebotsmanagement können Sie hier viel Geld sparen.

4. Kunden haben oft sehr allgemein gehaltene Keywords in Ihren Kampagnen. Z.B. regionaler Peugeot Autohändler wirbt mit dem Wort Auto.
Folge sind viele Klicks, hohe Kosten und eine sehr hohe Absprungrate.

→ Wählen Sie ihre Keywords mit Bedacht und verwenden Sie Wörter mit denen Sie auch realistisch Geld umsetzen können.

5. Content–Werbenetzwerk. Viele Nutzer denken nicht dran, das Content-Werbenetzwerk auszuschließen. So kommt es vor das z.B. eine sehr komplexe Dienstleistung eines bekannten Finanzdienstleiters, sein höchsten Ausgaben bei Myspace.com hat. Wo sich nicht grade die Zielgruppe, für anspruchsvolle Finanzdienstleistungen befindet. Die Absprungrate lag hier bei 98%.

→  Stellen Sie das Content-Werbenetzwerk aus oder definieren Sie mit dem Placement – Tool genau wo sie Ihre Anzeigen angezeigt haben möchten.

6. Regionale Unternehmen werben mit der Keyword-Option „weitgehend passend“.Bsp. eine Pension in München bucht das Keyword Pension eingestellt auf „weitgehend“.
Hier ist es möglich das die Anzeige auch bei Sucheingaben wie „Pension Frankfurt“ erscheint und zu unnötigen Klickkosten führt.

→ Stellen Sie hier auf „passende Wortgruppen“ und verwenden Sie das Wort München, somit wird sichergestellt, das nur User die auch etwas in München suchen, die Anzeige zu Gesicht bekommen.

7. Anzeigen auf Deutsch werden in englischsprachigen Ländern geschaltet.

→ Wenn Sie international werben möchten erstellen Sie eine extra Kampagne und richten Sie diese auf das gewünschte Land aus. Es bringt nix, mit deutschen Keywords und einer Anzeige auf deutsch in England zu werben.

8. Saisonale Anzeigen werden vergessen und sind das ganze Jahr aktiv.

Wenn die Weihnachtszeit vor der Tür steht, werben die Unternehmen besonders viel.
Zu dieser Zeit werden gerne Anzeigen und Keywords im Zusammenhang mit Weihnachten gewählt. Oft wird vergessen die Kampagne nach Weihnachten zu deaktivieren und die Anzeigen werden das ganze Jahr über geschalten.

→ Geben Sie saisonalen Kampagnen ein Enddatum, dann müssen Sie nicht mehr daran denken.

9. Es werden trotz der Keyword-Option „weitgehend passend“ keine ausschließenden Keywords festgelegt. D.h. obwohl ein Kunde ein teures Produkt anbietet, wird die Anzeige auch in Verbindung mit Wörtern wie „kostenlos“ oder „gratis“ angezeigt.

→ Schließen Sie Wörter aus, mit denen Sie auf gar keinen Fall gefunden werden möchten. Somit vermeiden Sie, dass Ihre Marke mit falschen Assoziationen belegt wird.

10. Kein Tagesbudget eingestellt. Viele haben kein Tagesbudget eingestellt, das kann zu einer bösen Überraschung führen. Sehr hohe Kosten können entstehen.

→ Stellen Sie ein Tagesbudget ein, das sie bereit sind pro Tag zu investieren.
Die Kosten können trotzdem höher sein als das eingegebene Tagesbudget, Google gleicht das aber in der Regel aus indem an anderen Tagen weniger Kosten entstehen.

Fazit:

webhelps! Online Marketing hat schon vielen Kunden viel Geld mit der Übernahme ihrer Adwordskonten eingespart. Doch nicht nur die Kosten für die Klicks wurden durch webhelps! Online Marketing gesenkt. Besonders positiv für die Unternehmen entwickelte sich die Qualität der Klicks. Durch Optimierung der Anzeigen, unter anderem anhand der aufgeführten Tipps, wurde nicht nur die Häufigkeit der Besuche gesteigert, vielmehr wurde der Zielerreichungsgrad der Unternehmen durch die Qualität der Besuche erhöht. Eine gute Betreuung der Adwordskonten ist also unerlässlich.

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Seiten in Google löschen – mögliches Reputation Management

Seiten in Google löschen – ist das überhaupt möglich?

Erst kürzlich habe ich mich mit einem ehemaligen Studienkollegen getroffen. Ich hab mich riesig gefreut ihn nach so langer Zeit mal wieder zu sehen, über die Vergangenheit quatschen, aber auch um zu erfahren was er so in letzter Zeit getrieben hat.

Reputation Management mit Google

Reputation Management mit Google

Anstatt eines netten Abends, endete das Ganze in einem Drama. Die lustigen Geschichten unseres gemeinsamen Studiums führten schnell zu den traurigen Tatsachen der Gegenwart: Job weg, Freundin weg und mit jeder Bewerbung kam eine Absage. Ich konnte mir nicht vorstellen warum das so war – klar, wir befinden uns mitten in der Wirtschaftskrise, aber ausgerechnet einer der besten Absolventen mit sehr guten Referenzen aus der Arbeitswelt sollte nun schon ein halbes Jahr verzweifelt nach einem Job suchen?


Wie ich so bin, hat mir das Gespräch keine Ruhe gelassen und ich hab mir noch die ganze Nacht mit Gedanken an den armen Studienkollegen um die Ohren geschlagen. Wie bei so vielen Dingen, hab ich meiner Arbeit entsprechend einfach mal nach seinem Namen gegoogelt. Ich konnte nicht fassen was ich da sah. Natürlich die üblichen Suchergebnisse aus Xing, ein Blog-Eintrag und dann noch ein paar Informationen, die der Gute getwittert hatte.

SEO Beraterbrief

Wir versenden monatlich einen kostenlosen SEO E-Mail Newsletter an alle Kunden und Interessenten. Wir versorgen Sie mit den wichtigsten Neuigkeiten in Bezug auf Search, Social und Online Marketing, damit Sie auf dem Laufenden bleiben. Melden Sie sich jetzt an.


Schon an fünfter Stelle fand ich aber eine etwas weniger ansprechende Seite: Auf einer bekannten Plattform für das Einstellen von Bildern fand ich so einige von meinem lieben Bekannten: Er besoffen auf der Straße liegend, er im Kreise seiner Kumpels, jeder eine Whiskeyflasche in der Hand, er knutschend mit einer Frau (die nicht seine Ex-Freundin war) und noch mehr aus dieser Reihe.


Mal ganz ehrlich, wie kann man nur so blöd sein? Es weiß doch jeder, dass immer mehr Personaler erstmal ins WWW schauen und nach dem Bewerberkandidat suchen, bevor sie auch nur einen Gedanken an eine Einladung zum Vorstellungsgespräch verschwenden!


Nachdem ich ihn darauf aufmerksam gemacht hatte, stellte sich dem armen Kerl natürlich sofort die Frage: Wie kann ich die Seiten in Google löschen?

Antwort: Eigentlich gar nicht.


Klar, die Bilder aus dieser Plattform sind ganz einfach zu entfernen – wenn man sie selbst eingestellt hat, dann den Löschen-Button betätigen. Hat jemand anders sie eingestellt, diesen bitten die Bilder zu entfernen. Jetzt kommt aber das eigentliche Problem…wie viele Menschen haben sich genau diese Bilder herunter geladen, auf Ihren eigenen Seiten gepostet und somit schön im WWW verstreut? Zahlen hab ich jetzt keine dazu, aber es werden etliche sein. Und jetzt mach dich mal auf die Suche…


Ab diesem Zeitpunkt ist Wiedergutmachung angesagt – auch Online Reputation Management genannt.


Und hier ein paar Tipps:

1) Und wirklich die wichtigste Regel von allen!!! In Zukunft Nachdenken, bevor man was ins Netz stellt, denn das WWW vergisst nie.

2) Man sollte versuchen den Inhalt aus der Quelle zu löschen. Am besten ihr wendet Euch dazu an den Autor, also Webmaster direkt, er kann in so einem Fall am schnellsten reagieren.

3) Wenn eine negative Information über Euch einfach nicht zu entfernen ist, oder ihr davon ausgeht dass, sie auf anderen Seiten, die ihr aber nicht alle kennt auftauchen könnte, dann müsst ihr selbst aktiv werden! Nutzt dieselben Kanäle, um euer Image im Web positiv zu beeinflussen. Erstellt ein gutes Profil über euch, schreibt ein paar interessante und geistreiche Blogs, engagiert euch in Foren zu für euer Image nützlichen Themen, veröffentlicht gute Bilder von Euch (Ich, bei der Übergabe der Auszeichnung zum besten des Jahrgangs, ich beim Charity-Event für kranke Kinder, ich bei usw. – natürlich sollten diese Ereignisse auch der Wahrheit entsprechen!)

Achtet darauf, dass zumindest die erste Seite der Suche befreit ist von negativen Schlagzeilen, die Eure Person betreffen, denn nur noch 5% aller Suchmaschinennutzer schauen sich noch die zweite Seite der Suchergebnisse an.


Und nun noch mal zur Frage: Kann man Seiten in Google löschen?

Die Antwort möchte ich hier konkretisieren.


Von allen Google Suchergebnissen wird eine Kopie im Cache abgelegt. Diese kann ohne weiteres gelöscht werden, wenn die Informationen nicht mehr auf der aktuellen Seite im Internet stehen. Somit kann man also die Kopien aus Google löschen. Wie das funktioniert? Google hat hierfür einen Support .


Ist eine Seite im Internet aktuell und der Webmaster nicht bereit Inhalte zu löschen, oder auch einfach nicht auffindbar, dann könnte nur noch Google helfen. Google hat ein Team, welches Seiten aus der Suche löscht. Da denkt man sich, ja cool, das machen die dann mit der Seite wo mein Ruf ruiniert ist auch mal kurz. Falsch gedacht.


Überlegt man sich, wie viele Nutzer Google hat (weltweit ca. 1 Milliarde Suchanfragen) und wenn da nur jeder 5. den Wunsch äußern würde, Seiten aus der Google Suche zu löschen, dann wären die Google Mitarbeiter mit nichts anderem mehr beschäftigt als Seiten zu löschen. Und am Ende vom Tag wären dann auch kaum noch Websites in der Google Suche auffindbar.


Google hat Richtlinien erstellt, an die sich jeder Webmaster zu halten hat. Tut er das nicht und wird Google auf diese Seite aufmerksam, dann strafen die Google Mitarbeiter die Seite ab, sie verschwindet entweder auf eine der hinteren Ränge der Suchergebnisse oder sie wird komplett gelöscht. Seiten können also nur unter bestimmten Umständen gelöscht werden. Darunter fallen unter anderem sensitiv persönliche Informationen wie:

- Personalausweisnummer, Sozialversicherungsnummer

- Kontodaten oder Kreditkartendaten

- Eine Abbildung der Unterschrift

- Oder ein Inhalt, der explizit gegen die Richtlinien verstößt und persönliche Informationen über einen enthält


Liegt ein solcher Fall vor, dann kann man diese Seite direkt bei Google einen
Spamreport
melden.


So, und nun zurück zu meinem Studienkollegen. Neben Bewerbungen kommt auf Ihn noch die Arbeit erfolgreich Reputationsmanagement zu betreiben hinzu. Denn löschen kann er zwar die Fotos, aber bei seiner Nachlässigkeit wird noch einiges mehr an unvorteilhaften Bildern und Geschichten im Netz verbreitet sein.

Zur Aufmunterung: Wenn er erfolgreich für sich Reputationsmanagement betrieben hat, dann kann er sicher sein, dass er nicht mehr allzu lange auf einen Job warten muss. Wenn auch nicht in seiner ursprünglichen Branche, bietet er seine Dienste als Reputation-Manager bei Unternehmen an, wird bei ihm schon bald der ein oder andere Auftrag eingehen.

Auch webhelps! Online Marketing bietet Reputation Management als SEO-Leistung an.

50 SEO Tipps für Affiliates – Recap A4Uexpo in London

Diese Woche war ich in London auf der A4Uexpo unterwegs, um ehemalige Kollegen von Google (Kaspar, Fili und Matthew), aber auch bekannte Gesichter aus der SEO- und Affiliate Szene wiederzutreffen. Eine Auflistung aller Referenten findet sich auf der A4Uexpo Website.

ExCel Messecenter in London

ExCel Messecenter in London

Es gab einige interessante Sessions, aber natürlich keine neuen, weltbewegenden SEO-Tipps. Trotzdem will ich hier einige Ratschläge und Zitate von englischsprachigen SEOs bzw. Affiliates und auch deutschen SEOs wie Marcus Tandler und Christoph Cemper auflisten.

Vorab ist zu sagen, dass eigentlich alle Tipps für die Affiliates “Google-Guidelines konform” waren. Die Referenten schoben die „Schuld“ meistens auf die aktive Präsenz des Google Search Quality Teams. Es werden wohl eher anderere Gründe sein: Die Konkurrenz im SEO-Bereich wird größer, immer mehr Firmen stoßen dazu. In einer Phase, in der Markenschwergewichte in den SEO-Bereich vorstoßen, funktionieren gewisse SEO-Praktiken nicht mehr so leicht.

Die wichtigsten Themen und Botschaften waren: Marken werden von Google noch besser gerankt (Brand Update) und Qualität vor Quantität beim Linkaufbau.

Beim Vortrag

Beim Vortrag

Hier die 50 Take-aways der Konferenz, möge der beste SEO-Tipp gewinnen.

Basics von Dave Naylor in der Session „SEO Strategies to make a Splash“:

1. Kenntnisse in HTML und CSS
2. Den Markt verstehen
3. Gesunder Menschenverstand
4. Ehrgeiz zu gewinnen
5. Networking
6. Humor
7. Don`t be naive
8. Erfahrung
9. Verschiedene Strategien für verschiedene Nischen
10. Konkurrenzanalyse
11. Controlling, Monitoring & Testing

Bis hierhin war ich mir noch nicht sicher, ob ich tatsächlich bei der richtigen Konferenz war (im unteren Bereich war die Babyartikel-Messe für werdende Mütter). Jetzt gings über zum Linking.

12. Networking
13. Link Bait
14. Directory Submissions
15. Konkurrenzanalyse
16. Pressearbeit
17. Gastbeiträge
18. Linkkauf
19. Bei mehreren Links, nur der erste Anchor-Text zählt
20. Blogs
21. „don`t buy from a broker“

Rät dann aber vom Linkkauf ab, war es nur eine alte Folie oder war es die Anwesenheit von Google?
Weiteres…

22. Brand Search: Eine Marke wird ein positiver Ranking Faktor
23. HOT SEO Tipp: Ladeszeiten optimieren
24. Der PageRank ist das schlimmste was Google jemals entwickelt hat
25. verschiedene Hoster benutzen

Zwischenfazit: Der Mann weiß wovon er nicht spricht.
Die nächste Session war „Meet the Search Engines“

26. Microsoft sagt: „SEO und SEM ist ein Arbitrage-Geschäft“
27. Google sagt: “Benutze die Wörter der Suchenden”
28. Yahoo sagt: Nichts (kein Verantwortlicher da)

Im Prinzip haben sowohl Microsoft als auch Google Recht, es sind nur 2 unterschiedliche Herangehensweisen…
Als nächstes: The Affiliate Doctors live

29. Erst guten Content erstellen, dann Links tauschen (Dixon Jones)
30. Lerne von Amazon, die testen andauernd (Duncan Jennings)
31. “In Affiliation a high bounce rate is what we want, bounce them into Amazon” (Kieron Donoghue)
32. Conversion Rates sind besser bei Long-Tail Optimierung auf Hotelnamen als auf Städte (Duncan Jennings)

Übrigens ein weiteres Argument für das Brand Update von Google, um die Search Experience des Users zu steigern. Laut verschiedenen Foren soll es auch Affiliate-Webseiten geben, die bei Google hin und her “bouncen”.
Jetzt das Panel zu „beyond Link Bait“

33. Sei wählerisch bei den Links, strebe nach Qualität (Kelvin Newman)
34. Mehr Qualität als Quantität, mehr Relevanz, mehr Relevanz von Content, mehr Links von Authorities und Marken (Jon Myers)
35. Link Reclamation: ungültige Links mit 301 richtig umleiten (Dixon Jones)
36. Baut euren eigenen URL-Shortener, ihr wisst nicht, was mit den Links in Zukunft passiert (Dixon Jones)
37. Hoffentlich wird Google weiterhin die guten Reputationen belohnen und die schlechten bestrafen (Dixon Jones)

Es ist schwierig ein erfrischendes und diskutierendes Panel anzusetzen, wenn alle Teilnehmer einer Meinung sind. Aber Recht haben sie.
Der Ärztekongress geht weiter, jetzt geht’s zur „Google Site Clinic“ mit Kaspar, Fili und Matthew.

Google Site Clinic

Google Site Clinic

38. Melde nie eine Seite für eine Live Site Clinic mit Googlern an, die Text in einem H1-Tag mit CSS versteckt.
39. Sage nie, „it is only the website from my friend, not mine“, glaubt Dir eh keiner

Das mit dem versteckten Text ist doch tatsächlich passiert.
Jetzt „Link Building Strategies“ , u. a. mit Christoph Cemper

40. Eine gute Headline ist unentbehrlich (Lyndon Antcliff)
41. Ein schönes Design erhöht die Erfolgsrate bei Linkanfragen per E-Mail (Patrick Altoft)
42. Lieber 2 trusted Links wie 100 Links mit minderwertiger Qualität, Authorities sind bekannt (Patrick Altoft)
43. „People hang around Twitter instead of doing real work“ (Patrick Altoft)
44. Alle Websites über deiner Website sind Konkurrenten (Christoph Cemper)

Christoph hat Recht. Meine Erkenntnis: auf einen Schlag haben alle meine Kunden den gleichen stärksten Konkurrenten bekommen: Wikipedia.

Endlich kommts zum finalen Schlagabtausch in der „extreme SEO Moderated Debate“, u. a. mit den SEO- und Unterhaltungsexperten Dave Naylor und Marcus Tandler. Richard Baxter geht in der mit Seitenhieben gespickten Battle zwischen den Erstgenannten förmlich unter. Dass es das beste Panel auf der Veranstaltung wird, hat noch einen weiteren Grund: es wird von Ciaran Norris moderiert. Souverän, mit viel Hintergrundwissen über Suchmaschinenoptimierung und die Industrie allgemein ausgestattet. Und ganz wichtig: Er legt eine „elegante Schlagfertigkeit“ an den Tag, die sogar den Dauerredner Dave Naylor kurzzeitig verstummen lässt.

45. Yahoo wird extrem an Search Traffic verlieren, wenn Sie den Backlinkchecker abstellen (Dave Naylor)
46. Special SEO Tipp: kauft australische und südafrikanische Domains, um in Google.co.uk zu ranken (siehe Screenshots)

Australische Websites in Google UK

Australische Websites in Google UK

Australische Websites in Bing UK

Australische Websites in Bing UK

Australische Websites in Yahoo UK

Australische Websites in Yahoo UK

Südafrikanische Websites in Google UK

Südafrikanische Websites in Google UK

47. Marken ranken jetzt besser, gutes Beispiel ist die Suche „cruises“ auf google.com (siehe Screenshot), royalcaribbean.com hat fast keinen Onpage-Content und rankt trotzdem auf der 1. Position

Cache von www.royalcaribbean.com

Cache von www.royalcaribbean.com

48. Es gibt ein Gerücht. Brands wurden von Google gepusht, weil zuviel negative Kritik von den bekannten Marken an den SERPs (Search Engine Result Pages) laut wurde (Ciaran Norris)
49. Lieber suche ich und finde einen qualitativ hochwertigen Link mehr als mit PageRank Sculpting anzufangen (Marcus Tandler)

Hier wurden also eher bugs der Suchmaschinen aufgedeckt. Dies aber auf sehr erfrischende Weise. Übrigens hat der Anwesenheitsanteil der 3 größten Suchmaschinen deren aktuellem Marktanteil ungefähr entsprochen. 3 Verantwortliche von Google, einer von Microsoft, Yahoo hat das Excel Exhibition Center in London nicht gefunden.

50. Frage erst nach den tricky SEO-Tipps, wenn Google Search Quality den Raum verlassen hat.

Twitter Message live auf der Projektorwand

Twitter Message live auf der Projektorwand

Google Search Quality Prozess: Matt Cutts im Interview

Am 4. Oktober ist in der Business Week ein sehr interessantes und ausführliches Interview vom Google Search Quality und Webspam Team Hauptverantwortlichen Matt Cutts erschienen. Aus diesem Grund haben wir es ins Deutsche übersetzt. Jonas Weber ist es ja vertraglich untersagt, über solche Details aus dem Search Quality Bereich zu schreiben.

Matt Cutts und sein Team bei Google sind dafür verantwortlich Webspam, Seiten überfüllt mit Viagra Anzeigen oder auch Malware so gut wie möglich aus den angezeigten Suchergebnissen fernzuhalten. Mit seiner 10-jährigen Zugehörigkeit zum Unternehmen ist er bereits ein Veteran in dieser Online Unterwelt, begonnen hat er seine Karriere mit einer der ersten Versionen von Google’s Family Filter, der so genannten SafeSearch.

Ein weiterer Job von Cutts` drängt ihn fast genau so stark ins Rampenlicht wie den CEO von Google, Eric Schmidt und die Mitgründer Sergey Brin und Larry Page: Im Wesentlichen ist er Google’s Vertreter nach außen für alle Webmaster, also für diejenigen, die Websites betreiben.

In einem kürzlich erschienenen Interview vermittelte Cutts tiefe Einblicke in die Vorgehensweisen, nicht nur wie Google Webspam einschränken möchte sondern auch das Vorgehen des gesamten Quality Search Prozesses.

Das Interview mit Matt Cutts führte Rob Hof von der Business Week:

Frage: Können Sie uns weitestgehend den Prozess beschreiben, wie Google die Qualität einer Suche gewährleistet, insbesondere was sich dabei hinter den Kulissen abspielt?

Antwort: Wir versuchen eine gute Balance zwischen relativ analytischem Vorgehen und zufälligen Entdeckungen, wie beispielsweise eine Mitteilung von einem Nutzer, der sich über bestimmte Suchresultate beschwert oder einem Techniker, der bei seiner Suche auf ein Problem gestoßen ist, zu halten. Wenn beispielsweise ein Nutzer 15 Suchanfragen stellt und dabei nie auf ein Suchergebnis klickt, letztendlich dann die Suche verlässt, dann wird nachgeforscht, ob eventuell nur unbefriedigende Ergebnisse angezeigt wurden. Vielleicht hat der Nutzer nach einem Bild gesucht und zu keiner Zeit wurde ein Bild angezeigt.

Es gibt viele verschieden Wege, wie wir all diese Daten zur Identifizierung eines bestimmten Problems ermitteln. Sobald ein Problem identifiziert wurde, beginnt das Ganze Spaß zu machen, weil man dann anfängt nachzudenken. Wenn wir Glück haben erhalten wir viel Feedback von der Außenwelt. Der Großteil unserer Arbeit ist jedoch sehr analytisch. Beispielsweise schauen wir uns häufig schlechte Sitzungen an, das sind mehrfach wiederholte Suchanfragen, ohne dass jemand ein Suchergebnis angeklickt hat.

Frage: Haben Sie Probleme solche Sitzungen zu verfolgen?

Antwort: Also, über die Zeit hinweg haben wir mehrere Auswertungsverfahren entwickelt. Für verschiedene Suchanfragen haben wir Zusammenstellungen erstellt die angeschaut werden, wenn nach einer bestimmten Sache gesucht wird und wo ein bestimmtes Ergebnis erwartet wird. Wenn dieses Ergebnis nicht ausgeliefert wird, dann sollte eventuell ein wenig Fehlersuche betrieben werden: Ist die Website offline gegangen, wurde sie gehackt, oder wurden Veränderungen vorgenommen, die die Website zusammenbrechen ließen. Ein Großteil der Arbeit besteht also darin herauszufinden, dass etwas nicht mehr geregelt läuft, was vorher tadellos funktionierte.

Zudem gibt es für unsere Techniker mehrere Möglichkeiten sich zu beschweren. Wir haben innerhalb von Google eine Quality Mailing Liste und bei 20.000 Google Mitarbeitern gibt es immer viel Feedback.

Eine kleine Anekdote: Jedes Mal wenn ich auf eine Kunstausstellung gehe und die Gänge entlang schlendere, schaue ich mir die beschmutzen Glasscheiben mit den Gemälden an. Ich schreibe mir dann einfach alle angegebenen Websites auf, während ich da so entlang gehe. Werden die „Taber Studios“ auch mit dem Suchbegriff Taber Studios gefunden? Ich habe immer ein kleines Notebook bei mir und schaue dann, ob die Seite, wenn ich sie als Suchanfrage eingebe auch bei Google erscheint. Meine Frau ist schon ein wenig genervt, wenn wir beispielsweise in den Urlaub fahren, beim „Hearst Castle“ (einem Schloss in San Simeon, zwischen San Francisco und Los Angeles – Anm. d. Übersetzers) anhalten und ich in der Broschüre der Touristeninformation eine Liste von Websites vorfinde, freue ich mich riesig! Ich gebe dann die Namen der Unternehmen in die Suchmaske von Google ein und schaue ob ich deren URL’s erhalte. So kommt alles Mögliche anekdotenhaft.

Frage: Wenn Sie dann diesen Anhaltspunkt haben, was passiert dann?

Antwort: Wir fragen uns dann, wenn es tatsächlich eine Adresse auf dieser Seite gibt, warum wir diese Seite nicht anzeigen konnten oder eine Karte zeigen konnten? Neue oder andere Signale zu finden, um diese Seite anzeigen zu lassen, kann sehr schwierig sein. Manchmal müssen wir unser existierendes System einfach ein wenig optimieren, wenn beispielsweise die Buchstaben des Unternehmens sehr eng zusammen geschrieben sind, dann muss man ihm ein wenig mehr Gewicht verleihen.

Wir versuchen vieles, um Suchanfragen besser zu verstehen. Manche Nutzer schreiben die Suchanfragen falsch, aus diesem Grund versuchen wir ein sehr gutes Rechtschreibüberprüfungssystem zu etablieren. Andere benutzen Synonyme, beispielsweise „automobile“ anstelle von „cars“, auch wenn der Name des Unternehmens „Cars R Us“ ist. Wir verstehen die Suchanfragen also auch als Vorschlag.
In der Vergangenheit haben wir die perfekte Übereinstimmung gefordert, mittlerweile sind wir aber wesentlich besser geworden was die Schreibweise, die Wortbildungslehre, Synonyme und eine Rückführung auf einen Wortstamm betrifft. So schreibt z.B. jemand „Laufschuh“, meint aber „Läufer“ oder „laufen“.

Frage: Wie genau implementieren Sie Algorithmen oder Änderungen in diesen Algorithmen?

Antwort: Sie müssen sich die Suchqualität ähnlich vorstellen wie ein Auto. Wenn Sie jemanden fragen, ob ein Auto eine Maschine ist, wird er Ihnen antworten: Natürlich ist ein Auto eine Maschine. Genau genommen besteht diese Maschine aus sehr vielen Einzelkomponenten. Es gibt den Motor, das Getriebe, jede dieser Einzelkomponenten ist auch eine Maschine.

Bei Google ist der Algorithmus ein automatisiertes System welches eine Anfrage annimmt und diese an das nächste Datencenter weiterleitet. Diese wird an hunderte von Maschinen verschickt und diese Maschinen versuchen die besten Ergebnisse anzuzeigen, und von den hunderten besten Ergebnissen all dieser Maschinen werden wiederum die 10 besten Ergebnisse ermittelt. Errechnet werden die idealen Ausschnitte dieser 10 besten Ergebnisse, Anzeigen oder ähnliches werden dem Ergebnis hinzugefügt und dieses Gesamtergebnis wird wiederum an den Nutzer zurückgeschickt. Dieser gesamte Prozess kann als Algorithmus bezeichnet werden.

In der Praxis hat man in der Regel eine Mischung mehrere verschiedener kleiner Algorithmen. In meiner Gruppe gibt es beispielsweise einen Algorithmus oder richtungsweisende Elemente die sagen: „Wir haben diese URL, wie spammy ist diese URL unserer Meinung nach?“ In diesem Zusammenhang nutzen wir dutzende Signale – welche Spamwörter werden benutzt, welche Backlinks hat diese URL und wie spammy sind sie. Eine Mischung all dieser Signale ergeben den Master Ranking Algorithmus.

Der Trick dabei ist, den Algorithmus weit zu streuen. Amit Singahl (Leiter des Ranking Teams bei Google – Anm. der Übersetzer) und sein Team sind das Herz der Ranking Gruppe innerhalb der Suchqualität. Mein Team beschäftigt sich mit Webspam innerhalb der Suchqualität. Die Entkopplung dieser Bereiche ist gut, denn einerseits kann der Inhalt einer Seite relevant sein – Sie können Viagra auf dieser Seite kaufen – andererseits kann dieser Inhalt auch äußerst spammy sein. Die Herausforderung ist also, und das macht Google ziemlich erfolgreich, dass die Aufgabe eines Teams die ist, die relevantesten, aktuellsten Websites für die jeweilige Suchanfrage wiedergegeben werden. Heute Morgen (04. Oktober 2009 – Anm. des Übersetzers) hab ich die Suchanfrage BusinessWeek eingegeben, nachdem die Seite sieben Minuten zuvor von uns gecrawlt wurde. Wenn Sie diese Seite auf anderen Suchmaschinen überprüfen, dann ist es gut möglich, dass BusinessWeek vor vier oder fünf Tagen das letzte Mal gecrawlt wurde.

Frage: So ein großer Unterschied also? Schwer vorzustellen, zumindest im Fall von Microsoft und Yahoo.

Antwort: Siebenminütige Abstände sind so ziemlich das Beste was man erreichen kann. Ganz generell, Google ist aktueller. Und Google ist nicht nur aktueller, sondern dazu auch noch verständlicher. Dies sind die drei Schlüsselkomponenten: Aktualität, Verständlichkeit (hierfür müssen so viele Seiten wie möglich im Web gecrawlt werden) und Relevanz. Und die Erfahrungen der Nutzer sollen sauber sein. Wenn ältere Menschen gefragt werden: „Was gefällt Ihnen an Google?“. Sie werden antworten: „Sauber, schnell und relevant.“

Frage: Wie passt Caffeine, die neue Generation von Suchmaschinen, die sich derzeit im Test befindet, in diese Reihe?

Antwort: Caffeine (http://www.businessweek.com/technology/content/aug2009/tc20090811_853625.htm) war in erster Linie eine infrastrukturelle Veränderung. Ein großes Unterfangen, geleistet über mehrere Monate hinweg durch das Crawling- und Index- Team. Was Caffeine uns übermittelt ist fast dasselbe, jedoch viel besser, viel stärker und wesentlich flexibler. Wir haben dadurch die Möglichkeit Seiten wesentlich schneller zu indexieren. Es ist einfach in all diesen Bereichen fortschrittlicher.

Die Meisten werden keinen Unterschied erkennen. Nur ganz wenige Suchmaschinen-Experten sind unter Umständen in der Lage einen Unterschied festzustellen. Aber aus unserer Sicht ist es, als ob man die PS-Zahl seines Autos verdoppeln würde.

Frage: Also gut, dann erzählen Sie mir mal, wie Sie und Ihr Team Webspam angehen und wie Sie ihn verringern.

Antwort: Eines der Geheimnisse rund um Webspam ist, dass wenn Du ihn einmal gesehen hast und erlernt hast, wie man ihn erkennt, kann man ihn nicht mehr NICHT sehen. Und dann meint man intuitiv, wie in den vergangenen Zeiten, als man ständig noch Gedankenstriche sah, wie zum Beispiel billige-viagra-online-discount-pflanzliche-was-auch-immer.com, denkt man dann O.K., das ist eine Spam-Domain. Also haben wir unsere Systeme auch darauf trainiert, Domains mit einer bestimmten Anzahl von Gedankenstrichen als Spam zu erkennen. Leider hat sich herausgestellt, das das nicht ganz so einfach funktioniert, weil es in verschiedenen Kulturen nicht nur unterschiedliche zulässige Domains, wie beispielsweise blueberry-farms.com und gerade in Deutschland gibt es im Durchschnitt einfach mehr Domains mit einem Gedankenstrich.

Frage: Welche Methoden nutzen Sie? Wie viel wird dabei tatsächlich von Menschen erledigt, die sagen „Oh, das ist falsch“ und wie viel Ihrer Arbeit wird automatisiert erledigt?

Antwort: Es gibt eine Reihe von Menschen, die mit Technik nichts am Hut haben und die glauben, dass Google sämtliche 10 Ergebnisse für jede einzelne Suchanfrage manuell auswählt und diese dann an hunderte von Millionen Menschen täglich zurück sendet. Andere denken, dass alles komplett von Computern erarbeitet wird. Sicherlich bauen wir wesentlich mehr auf die Unterstützung von Computern und Algorithmen als viele andere große Suchmaschinen, zumindest bezogen auf die Vergangenheit.

Frage: Tun Sie das nicht alle? In welchen Bereichen verlässt sich Google mehr auf Algorithmen?

Yahoo kommt aus einem Background wo Editoren Ihre Verzeichnisse erstellt haben. Yahoo ist wesentlich offener dafür, Ihre Mitarbeiter Dinge editieren zu lassen. Bei Google haben wir nicht die Möglichkeit zu sagen, dass wir für diese Suchanfrage jenes Resultat erhalten möchten.

Frage: Oder Sie entscheiden, dass Sie das nicht tun dürfen.

Antwort: Es ist so, dass das Webspam Team die Möglichkeit hat zu sagen, dass eine bestimmte Seite Spam ist und sie aus diesem Grund heruntergestuft oder abgestraft wird. Was wir nicht können, ist zu sagen, dass für die Suchanfrage „Rob Hof“ die Seite der BusinessWeek an Nummer 1 ranken sollte. Ich denke, dies ist ein gesunder Mittelweg. Man will gar nicht die Möglichkeit haben so etwas zu können.

Frage: Um es klar auszudrücken, Sie haben es sich selbst ausgesucht zu so etwas nicht in der Lage zu sein?

Antwort: Richtig. Wir haben eine bewusste Entscheidung getroffen, in der wir festgelegt haben zu so etwas nicht in der Lage zu sein. Wenn man genau darüber nachdenkt, wird einem bewusst wie überfällig solche Entscheidungen sind, da die Ergebnisse weder skalierbar sind, noch in anderen Sprachen funktionieren.

In unserer Gruppe verlassen wir uns gewaltig auf Algorithmen. Wir versuchen ständig neue Techniken und Algorithmen zu erstellen. Wenn uns dann aber jemand schreibt, dass er bei seiner Suche nach „Rob Hof“ auf eine Pornoseite geleitet wurde, dann wäre diese Person doch recht unglücklich mit einer Antwort nach dem Motto „naja, wir werden wahrscheinlich einen neuen Algorithmus in ca. sechs bis neun Monaten haben, der dieses Problem erkennt. Also, versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal und es wäre möglich, dass der Porno bis dahin verschwunden ist“. Also schreiten wir in so einem Fall ein. Selbst dann versuchen wir dies in einem skalierbaren Rahmen zu tun.

Frage: Wie denn?

Die Daten, die wir generieren helfen uns nicht nur dabei kurzfristige Probleme zu lösen. Nehmen wir beispielsweise an, dass es dort draußen einen bösen Hacker gibt, der bereits 100 Seiten gehackt hat. Wenn man in einem solchen Fall nur manuell vorgeht, ist man vielleicht nicht in der Lage alle 100 Seiten zu erwischen. Die Daten, die uns übermittelt werden und uns mitteilen, dass diese 67 oder jene 80 Seiten gehackt wurden ermöglichen es uns neue Klassifizierungssysteme zu erstellen, die diese gehackten Seiten entdecken – versteckte Texte oder ähnliche Dinge.

Frage: Was meinen Sie mit „gehackt“ in diesem Zusammenhang?

Antwort: Spammer hacken Seiten z.B. die von Al Gore oder auch andere Seiten mit hohem Traffic und erstellen von diesen Seiten aus Links, um andere Seiten zu spammen. Pro Nutzer verlangen Sie dann 10 Cents oder so was in der Richtung. Ich habe mit jemandem gesprochen, der seine eigene Blogger-Software geschrieben hat und gehackt wurde. Er hat herausgefunden was passiert war und er hat diesen Typ gezielt gesucht und er fand einen Auszug von seinem Code bei dem Typen.

Der traurige Trend geht dahin, dass obwohl PC’s immer besser werden, die Leute ihre Web Server Software wie z.B. WordPress und Drupal nicht up-to-date halten und werden deshalb oft gehackt. Also haben wir es mit unschuldigen Leuten zu tun, deren Seiten gehackt wurden und die nun Viagra verkaufen.

Frage: Wie genau gehen Sie mit so etwas um?

Antwort: Wir schreiben Detektoren. Wir haben Klassifizierungssysteme erstellt – einen Algorithmus, eine Heuristik – welche eine Menge an Signalen aufnehmen und uns letztendlich mitteilen: Ja, diese Seite wurde gehackt oder nein, und auch auf welcher Ebene des Verzeichnisses und solche Dinge.

Gehen wir beispielsweise von einer Seite aus, die schon seit langem besteht. Und plötzlich taucht auf dieser Seite ein neues Verzeichnis auf, welches ein Reihe von spamähnlichen Ausdrücken beinhaltet, so was wie Online Casinos und Schuldenkonsolidierung, Pillen, aber auch wenn plötzlich eine Menge eigenartiger Links von anderen Seiten auftauchen, dann kann man davon ausgehen, dass die Seite gehackt wurde. Also wird dieses Verzeichnis an Seiten für eine Weile nicht angezeigt, bis wir wissen ob es Spam oder Malware ist, oder die anderen 80 Seiten ebenso auf Malware gescannt wurden.

Etwas das wir haben, was soweit ich weiß außer uns niemand hat, ist eine Webmaster Plattform (http://www.google.com/webmasters/). Wir versuchen dem Betroffenen eine Nachricht zu hinterlassen. Das können wir natürlich nicht immer machen und schon gar nicht für jede einzelne Seite. Mit dieser Nachricht versuchen wir dem Betroffenen einen konkreten Textteil zu übermitteln. Schließlich ist es in unserem Interesse ein sauberes und gut durchleuchtetes Web zu präsentieren, welchem die Leute vertrauen können.

Frage: Während die Nutzer der Suchmaschinen in den letzten paar Jahren Ihr Suchvorgehen verfeinert haben, hat Google in dieser Zeit etwas getan um die Suchqualität zu verbessern?

Antwort: Die meisten der analytischen Dinge haben sich nicht sehr stark geändert – felsenfeste Dinge, die Testumgebung. Etwas das sich stark verändert hat ist, dass wir mittlerweile bereit sind mehr auf das Feedback von außen zu hören und ich glaube dass wir mittlerweile mehr dafür tun, Feedback aus dem Web zu sammeln. Insbesondere im letzten Jahr haben wir vermehrt auf die Außenwelt geachtet. Und wir kommunizieren mehr an die Außenwelt, wie unseren gestrigen Gmail-Ausfall (03.10.2009 Anm. des Übersetzers). Noch am gleichen Tag hatten wir einen Blog Post, verglichen mit einem Blog Post mehrere Tage nach unserem letzten Ausfall vor sieben oder acht Monaten.

Frage: Sie sind einige der wenigen öffentlichen Personen bei Google, die sich auch direkt mit Nutzern in Verbindung setzen. Wie hat sich diese Rolle entwickelt?

Antwort: Ich bin da irgendwie reingerutscht. Mittlerweile macht die Kommunikation ca. 20% aller meiner Projekte aus. Im Prinzip geht es ja darum, dass Webmaster fragen, warum ihre Websites nicht so gut funktionieren/ ranken. Es gibt aber mehrere Millionen Webmaster, hunderttausende von Millionen Nutzer und hunderte von tausenden Werbetreibende und viele von diesen wollen mit irgendjemand von Google sprechen. Also was denken Sie sind gute Wege um diese Menschen zu erreichen? Webmaster Foren, Blogs, Konferenzen, Antworten auf Twitter, Chats und Videos.

Frage: Was tun Sie und andere Personen bei Google gegen die Probleme, die ein großes Unternehmen hat – konkret gesprochen, was tun Sie dagegen das nächste Microsoft zu werden?

Antwort: Es gibt sehr viele Menschen bei Google, die dagegen ankämpfen einfach nur ein weiteres großes Unternehmen zu werden. Im Jahr 2005 wurde Eric Schmidt von John Battelle bei Web 2.0 gefragt, ob Google versucht Nutzerdaten auszuspähen und Eric antwortete, dass wir uns niemals diese Daten zu eigen machen würden. Es gibt die Möglichkeit Daten von Gmail, dem Google Kalender Tool oder auch von Blogs – genau genommen von jedem unserer Produkte – zu exportieren oder wir arbeiten zumindest daran. Wir haben sogar eine Gruppe, die sich Data Liberation Front nennt, die versucht jegliche Daten freizusetzen. Man kann nur Loyalität erwarten, wenn man den Menschen in aller erster Linie zeigt, dass man ein gutes Unternehmen ist. Wenn Sie Dir misstrauen, können sie gehen.

Frage: Technisch gesehen haben sie die freie Wahl, aber ganz offensichtlich ist es ja so, dass Google die beherrschende Position innehat.

Antwort: Ich denke wir sind uns dieser Sache sehr wohl bewusst. Battelle hat vor einiger Zeit einen Post darüber geschrieben, wie sich Google an der Spitze der Welt fühlen muss. Ich kann mich gut daran erinnern wie ich mir überlegt habe, ob es das ist wie es sich anfühlt an der Spitze der Welt zu stehen? Weil ich fühle mich so, dass ich jeden Morgen aufstehe und jeden Tag wirklich sehr, sehr hart arbeite, um die qualitativ hochwertigsten Suchergebnisse anzeigen zu können und wir kämpfen jeden Tag darum, unseren Nutzern nur das Beste bieten zu können. Es ist also sicherlich nicht so dass jeden Tag ein Haufen hämischer Googler zusammen sitzen und sich darüber unterhalten wie schön das Leben doch ist.

Wenn Sie sich einige der neueren Entwicklungen von Google anschauen – an dieser Stelle möchte ich beispielsweise Android, Chrome und Wave nennen – dann erkennen Sie dass all diese Entwicklungen gemeinsam haben, dass sie in vielen Teilen Open–Source basiert sind oder komplett frei sind. Wenn also jemand seinen eigenen Wave Server erstellen möchte, braucht er hierzu nicht zu Google wechseln.

Zudem gibt es noch diese Echtzeit-Initiative, an der einige Googler seit geraumer Zeit arbeiten. Sie nennt sich pubsubhubbub und Brad, einer derjenigen die sich viel damit beschäftigen hat sich gefreut, dass Google nicht der Mittelpunkt der Erde ist, jeder kann sich sein eigenes Drehkreuz aussuchen. Und Chrome ist nicht nur ein freier Browser, man kann selbst bestimmen, welchen Suchmaschinenanbieter man standardmäßig installiert haben möchte. Chrome ist also nicht festgelegt auf Google, er nutzt welchen Provider man auch immer standardmäßig angibt. Ähnlich wird es bei Android gehandhabt. Es gibt einige Menschen, die mit Android arbeiten, aber noch nie ein einziges Wort mit Google gewechselt haben, weil sie lediglich den Basiscode nutzen und damit witzige Dinge anstellen.

Frage: Wie sichert sich Google ab, dass sich Google nicht zu einem langsam dahin schleichenden Unternehmen entwickelt? Diese Thema wurde erst kürzlich von Anil Dash von Six Apart aufgegriffen, der geschrieben hat, dass Chrome OS zu „Google’s Microsoft Moment“ wird.

Antwort: „Don’t be evil“ – „Sei nicht böse“– das ist Google’s internes Motto – funktioniert immer noch. Nach außen hin mag das ein wenig abgedroschen klingen und viele gehen davon aus, dass es sich bei diesem Motto lediglich um Marketing handelt. Aber diese Einstellung gilt meiner Meinung nach weiterhin.

Als ich damals über Anil Dash’s Post schrieb habe ich sehr viel Aufmerksamkeit innerhalb der Firma erhalten. Bestimmt haben mich ein Dutzend Leute auf den Gängen angesprochen und mir dafür gedankt, dass ich das geschrieben habe – es ist eine Erinnerung daran, wie wir sein möchten.

Frage: Das bedeutet jedoch, dass einiges an Wahrheit in Anil’s Andeutung liegt, was nicht unbedingt eine gute Sache ist, oder was meinen Sie?

Antwort: Ich denke, dass Google zu der Zeit in einer Phase war, wo wir ein wenig durch den Dreck gezogen werden mussten. Der Post von Anil kam zur genau richtigen Zeit, um uns daran zu erinnern, dass es unser Anliegen ist, das Web zu verbessern. Unsere Aufgabe ist es, die besten Suchergebnisse zu liefern. Wir wollen uns nicht vor Feedback von außen verschließen.

Wenn Sie genauer hinschauen, war eine Kernaussage, dass man sich daran stören könnte, dass Google bevor es für das iPhone Applikationen herstellt, Applikationen für Android erstellt. Sein Hauptanliegen dabei war nicht, dass über jede Kleinigkeit diskutiert wird, sondern dass Google offener werden sollte für Feedback und sich zu dieser Offenheit verpflichtet. Und wenn man dann von jemandem auf dem Weg zum Erfolg eingeholt wird, dann liegt es daran, dass er mehr Leistung bringt und nicht daran, dass man seine Überlegenheit in diesem Gebiet ausspielt. Ich glaube, obwohl dies allen bei Google bewusst ist, war der Blog eine sehr hilfreiche Erinnerung. Und soweit ich das beurteilen kann, wird diese Meinung von den höchsten Verantwortlichen des Unternehmens unterstützt.

Frage: Google hat ein sehr gut funktionierendes System und jedes Unternehmen in einer solchen Position sollte sehr vorsichtig im Umgang mit Veränderungen sein. Wie verhindern Sie dabei zu vorsichtig vorzugehen?

Antwort: Da gibt es zum einen den Gewinnaspekt. Die Suchqualität interessiert sich nicht für Geld. Wir kümmern uns darum, dass die Suchergebnisse immer besser werden. Wenn es Geld kostet, dann ist das nicht unser Problem. Diese Entkopplung, fast schon eine Art „Kirche gegen den Staat“ Einstellung, hat immer sehr gut funktioniert. Es ist der Job von jemand anderem relevante Anzeigen dort zu platzieren, wo sie am besten zu den organischen Suchergebnissen passen. Und diejenigen machen sehr gute Arbeit. Wenn beispielsweise dass Anzeigenteam zu einem Zeitpunkt wo wir ein Suchergebnis ausgeben nicht mit relevanten Anzeigen aufwarten kann, dann schalten wir einfach keine Anzeigen. Unser Job dabei ist ganz einfach: Wir müssen die besten Ergebnisse liefern.

Ein weiterer Aspekt Ihrer Frage ist, wie wir neue Dinge entwickeln und dabei vermeiden Fehler zu begehen. Um Fehler zu vermeiden haben wir eine Menge verschiedener Tests, die wir immer durchlaufen. Die Alarmglocken schrillen, wenn unsere Testsysteme uns mitteilen, dass die ein oder andere Suchanfrage nicht die Resultate anzeigt, die wir erwartet hatten. Wir testen alles bevor wir irgendein Update zu unserem Index hinzufügen. Es passiert also einiges hinter den Kulissen bei Google, wo Google sich auch selbst hinterfragt, ob denn die richtigen Suchergebnisse ausgegeben werden.

Frage: Und wie versucht Google den nächsten großen Schritt nicht zu verpassen?

Antwort: Das ist schon lustig. Wir fragen uns ständig selbst, wann der Wendepunkt erreicht ist und es besser ist, wenn wir etwas Neues machen. Wir haben bereits unsere Indexierung neu überarbeitet und wir haben über das letzte Jahrzehnt hinweg mehrer Male die Verarbeitung der Resultate überarbeitet, möglicherweise weil sich die Balance zwischen verschiedenen Speichertypen verändert hat.

Wir versuchen auch mindestens einmal pro Jahr so genannte Brainstroming Sessions durchzuführen. Wir hatten bereits Qualitäts – Tage, wo Technikergruppen, in Teams mit zwei bis vier Mitgliedern, innerhalb einer Woche einen Prototypen eines ziemlich coolen Qualitätstools oder eines Benutzersicht-Features entwickelt haben, von dem sie dachten, dass wir es dringend benötigen.

Manchmal vergeben wir auch Aufgaben, wo wir jedem zwei Suchanfragen geben, die wir als schlechte Suchanfragen ermittelt haben und im Rahmen eines Brainstormings herausgefunden werden soll, wie man diese beiden Suchanfragen verbessert. Hey, die Welt liegt uns zu Füßen – es ist völlig in Ordnung, wenn man tausend Sekunden anstatt einer Sekunde benötigt. Hauptsache wir finden einen Weg um das Problem bei einer Suchanfrage zu lösen. Und wenn wir dann herausgefunden haben, wie man dieses Problem durch herumprobieren gelöst bekommt, dann finden wir heraus wie sich dieses Problem in hundert Millisekunden lösen lässt.

Ich bin mir sicher, dass wir nicht auf jede Idee kommen. Dafür haben wir aber auch ein Auge auf die Außenwelt geworfen und wenn es etwas gibt, was uns bisher nicht aufgefallen ist, dann wird uns die Außenwelt darauf aufmerksam machen. Wir versuchen niemals selbstgefällig zu werden und uns auf unseren Lorbeeren auszuruhen.

Das Originalinterview in Englisch finden Sie in der Business Week.